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Ofen-Verrückt: Zur aktuellen Lage

Hallo liebe Community!


Vor allem in den letzten Wochen steigt die Anzahl an Anfragen rund um die Verwertung und Verbrennung von Holz und Pellets für das Heizen in unseren Heimen. Die Lieferzeiten ziehen sich bis Ende des nächsten Jahres hin. Billigöfen in Baumärkten sind ausverkauft...


Ich will an dieser Stelle bewusst nicht auf die Gründe, so schlimm und verrückt sie sind, eingehen. Jedoch möchte ich einen Podcast empfehlen, den ich zu dieser Zeit gerne höre, um - neben anderen Quellen - up to date über die aktuelle Krisensituation informiert zu sein: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html


Neben den Holzpreisen pro Schüttraummeter (SRM), die in den letzten Wochen von rund 130 € auf 330 € und mehr hinaufgeklettert sind (wenn es überhaupt noch Holz gibt...), scheint die Branche im allgemeinen auf dem Kopf zu stehen. Auf der einen Seite verzweifelte Kund:innen die sich gefühlt für den herannahenden Winter rüsten wollen. Auf der anderen Seite Kaminbauer, die auf dem Zahnfleisch gehen, um ihren Kund:innen die Wünsche eines eigenen Kamins bis Ende des Jahres liefern zu können (als Stichtag wird oft der 24.12 genannt). Dann noch die Menschen, die mit den Kaminen nur eine Lösung auf Zeit sehen, Gas- oder Ölkosten zum Heizen für diesen (oder auch einen darauffolgenden Winter!?) zu kompensieren. Achso und dann gibt es noch die Leute, die in Ruhe einen Kamin kaufen wollen, so wie früher. Für Gemütlichkeit und ein bisschen "Hygge"-Erlebnis. Ich kann alle nachvollziehen.


Doch es gibt noch eine andere, größer-werdende Gruppe von vor allem jungen Menschen, die - und da bin ich und der Bundesverband der Schornsteinfeger in Deutschland sich sicher, eine Zeitenwende einleiten werden und auch schon eingeleitet haben. Wir haben laut offiziellen Quellen rund 3 Mio gemeldete Kaminöfen in Deutschland. Frag man den Kaminbauer, sind es bestimmt 6 oder 8 Mio. Öfen. Viele davon (vor allem im Osten) heizen noch mit Kohle, um ihr gesamtes Haus warm zu halten (!!!). Die meisten anderen heizen klassisch mit Holz. Die Verbrennung von Pellets (vor allem mit innovativen neuen Stoffen wie Bambus- oder Algenpresslingen) steigt stetig. Es gibt also einen riesigen Anteil der Deutschen, die die geschlossene Verbrennung im Heim als sinnvolle Alternative sieht. Doch der Klimawandel, der immer spürbarer und vor allem buchhalterisch-erfassbarer wird, lässt viele Umdenken. Gerade junge Menschen, die sich noch nicht an die Verbrennung von klassischen Rohstoffen gewöhnt hat, denkt hier anders. Und zu recht! Denn wir wir müssen uns hinterfragen. Wer sehenden Auges gegen eine Wand rennt, der hat selbst schuld. Und hier hat der Schornsteinfegerverband in einem gemeinsamen Telefonat meines Erachtens nach einen besonders guten Vergleich gezogen: Die Kaminindustrie steht vor einem Wandel. Genauso wie die Autoindustrie. Es ist kaum vorstellbar, dass wir in den nächsten Jahrzehnten keine Autos mehr fahren werden, aber die Branche muss sich neu definieren und dinge die "immer schon so waren" in Frage stellen. Nur so kommen wir weiter. Was bringt uns ein warmer Kaminofen im Winter, wenn wir im Sommer weder Flora noch Fauna genießen können, da wir durch unseren Fußabdruck nichts mehr übrig gelassen haben (Apokalyptisches Bild Ende.).





Für diese jungen Menschen (da zähle ich im Übrigen alle dazu, die jünger sind als ich ;-)) prägen damit die gesamte Gesellschaft mit einem von grundauf nachhaltig orientierten Denkweise. Das beschreibt Themen wie Nahrungsmittel, Tierwohl und natürlich auch eine nachhaltige Energieversorgung in Privathaushalten. Der Markt für diese Zielgruppe wächst und wächst. Das ist zum einen gut, da die Nachhaltigkeit immer mehr als Standard für Produkte verstanden wird, jedoch - wie beim Bio-Siegel - auch ausgenutzt wird, um Kund:innen zu überzeugen. In der Energieversorgung von Privathaushalten stehen daher Themen wie Solar, Photovoltaik, Erd- oder Luftwärme, Windenergie und andere im Fokus. Der klassische Kaminofen findet an dieser Stelle keinen Platz. Ganz richtig ist das nicht. Denn ein qualitativer richtig genutzter Kaminofen der vernünftig eingebaut ist, ist nachhaltig. Jedoch - und da muss man ehrlich sein - das Holz, dass für die Verbrennung herangezogen wird, wächst nicht am selben Tag wieder nach. D.h. zwar ist es kein neuer Giftstoff der produziert wird, jedoch dauert es 20-40 Jahre bis das neu-gewachsene Holz den Kohlstoff der vorher freigegeben wurde wieder gebunden hat. Von daher ist die Denkweise richtig, zu schauen, wie wir Diversifizieren können. Denn die eine Lösung kann nicht richtig sein. Es muss mehrere geben, die je nach Fall auch gewählt bzw. abgewählt werden können. Zudem (und das ist ein weiterer Trend neben Nachhaltigkeit) zahlt eine Diversifizierung der Energieversorgung im Privathaushalt zu einer verringerten Abhängigkeit (von einer Energiequelle / dem ansässigen Energieversorgungsunternehmen) und damit autarkeren Energieversorgung bei.


Klingt verrückt, aber auch unsere (qualitative aber nicht representative) Befragung von rund 60 Personen ergab, dass nach Gemütlichkeit/Wärme (klassischer Bedarf), direkt das Thema Nachhaltigkeit und Autarkie kommt. Also wieso sollte man sich, als offen denkender Mensch gegen diese Trends wehren!? Kann man auch garnicht :-)


Aber nochmal zurück: Ich bin und bleibe Fan von Kaminen, Öfen und auch Outdoor Feuern. Nicht zuletzt geht es ja auch nicht immer darum, eine 100%ige Energieversorgung über diese Produkte herzustellen, sondern selektiv, im passenden Bedarfsfall zu wählen. Aber da wir uns bei Peitz Kamine als innovativ-denkend verstehen, sind wir auch auf der Suche nach Alternativen, neuen Möglichkeiten und Energieträgern, um das Licht, die Wärme und das Feuer weiterhin in Eure Heime (oder in den Garten) zu bringen. Aktuell beschäftigen wir uns mit der FH Jülich, die führend im Bereich Solar ist. Wir schauen uns auch Alternativen zum Holz wie beispielsweise Bambus ( wächst 30 - 50 cm pro Tag (!!!)) an. Doch auch die klassische Holzverbrennung für den Küchenbetrieb (Kochen und Backen) finden wieder mehr Abnehmer. Gerade haben wir in unserer Ausstellung beispielsweise eine neue österreichische Outdoor-Küche im Programm.


Werbeblock: Teile unserer ausgestellten Kamine (von Spartherm, Scan, MaxBlank oder Jötul) sind noch diesen Winter lieferbar! Also schnell mal reinschneien. Das betrifft im Übrigen auch unser Outdoor-Sortiment!


Uns ist aber am wichtigsten, was Ihr so über das Thema denkt. In unserer Umfrage kam heraus, dass alle (wirklich alle) davon überzeugt sind, dass der Kamin nie aussterben wird. Das denken wir auch. Jedoch sollten wir offen sein, für neue Dinge, die unseren Kamin ergänzen und genauso Spaß machen.


Was ist Eure Meinung dazu?


Vielen Dank fürs Lesen. Euer Theo Peitz

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